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Zweiter Frühling für Reinfried Herbst
21.01.2006 - Nach dem vermeintlichen Ende der Karriere läuft
es für den 27-jährigen Salzburger Reinfried Herbst
erstmals rund im Slalom. Er ist sogar auf Olympia-Kurs.
An das (scheinbare) Ende seiner Karriere im Sommer vergangenen
Jahres kann sich der Pinzgauer Reinfried Herbst ganz genau
erinnern. "Ich war gerade auf Urlaub, als der Anruf kam
und mir mitgeteilt wurde, dass ich in der kommenden Saison
nicht mehr im ÖSV-Kader bin." Auch das Gefühl,
das ihn danach überkam, hat er noch nicht vergessen:
"Es war eigentlich nur Wut. Ich wusste, dass ich um keinen
Deut schlechter Ski fahre als andere, aber es hat nie gereicht.
Ich habe den anderen zugesehen, wie sie den Durchbruch geschafft
haben und bei mir selbst ist immer etwas schief gegangen."
Fünf Knieoperationen, zwei Kreuzbandrisse, jeweils einer
im linken und im rechten Knie, stets gefolgt vom qualvollen
Kampf um ein Comeback, hatte er hinter sich. Das durfte in
seinen Augen nicht sein und so handelte Herbst noch einen
Deal aus: Er durfte im Oktober 2005 noch einmal an internen
Testläufen teilnehmen, musste sich aber getrennt vom
Team auf eigene Kosten vorbereiten.
Herbst nutzte die allerletzte Chance, qualifizierte sich
für den Slalom in Beaver Creek und zwei Monate später
liegt der 27-Jährige auf Rang sieben im Slalom-Weltcup.
Nur Giorgio Rocca und Ted Ligety haben wie der Salzburger
alle fünf Saisonrennen in den Punkten beendet, zuletzt
war Herbst Sechster in Wengen. Auf dem Weg zum Comeback hat
ihm auch Dieter Bartsch geholfen. Der Tiroler ist Rennchef
bei Blizzard und führt die Rennfahrerschule im Pitztal,
in der sich Herbst vorbereitet hat. Kondition tankte er -
wie mittlerweile ein Dutzend anderer Skifahrer - im Sportzentrum
Rif. "Aber ich habe ein ganz ein anderes Verhältnis
zu Bartsch, er steht mir in vielen Dingen mit Rat und Tat
zur Seite."
Nun ist Herbst neben Raich und Schönfelder auf Olympia-Kurs.
Bei diesem Tempo wird ihm selbst fast schwindlig: "Vor
einem halben Jahr war ich ausgemustert, jetzt reserviert der
ÖSV für mich einen Platz im Helikopter."Rocca
will nächste Saison den Gesamtweltcup Das Maß der
Dinge im Slalom ist derzeit der Italiener Giorgio Rocca, der
heuer alle fünf Weltcup-Slaloms gewonnen hat. Vier Mal
hat er dabei allerdings von Fehlern von Benjamin Raich profitiert.
Siegt er am Sonntag auch auf dem Ganslernhang von Kitzbühel,
dann wäre es dennoch eine Premiere: Hier hat der Italiener
noch nie gewonnen. Für nächstes Jahr hat Rocca noch
mehr vor: Er will im Gesamtweltcup angreifen und wird daher
zumindest auch alle Riesentorläufe und Super G bestreiten.
Quelle: Salzburger
Nachrichten
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