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Sport1 plauderte mit Reini in
Neuseeland
22.08.2007 Selbst drei Wochen Intensiv-Training im
fernen Neuseeland haben beim rekonvaleszenten Reinfried Herbst
keine Spuren hinterlassen. Das Knie des 28-Jährigen,
der am 21. Jänner in Kitzbühel sein Comeback nach
sechsmonatiger Pause gegeben hatte, hält dem Druck stand.
Setzt der Salzburger die Aufholjagd in der kommenden Saison
fort? Reinfried Herbst bei Sport1 über Ziele, Erwartungen
und neue Erkenntnisse.
Reinfried Herbst, wie laufen deine Vorbereitungen auf
die neue Saison?
Reinfried: Die Bedingungen in Neusseeland waren gut, Schnee-
und Pistenverhältnisse in Ordnung. Das war in den vergangenen
Jahren nicht immer so. Von daher bin ich zufrieden. Speziell
für mich ist das Training bislang wirklich positiv und
reibungslos verlaufen.
In Neuseeland wurde, wie ich annehme, nicht zuletzt am
Material getüftelt.
Reinfried: Wir haben wichtige Erkenntnisse mit den ab
dieser Saison neuen Taillierungen gewonnen. Wichtiges Feedback
auf rennpräparierter Piste. Auf diesen Aussagen lässt
sich aufbauen.
Intensiv-Training am anderen Ende der Welt fördert
den Teamgeist?
Reinfried: Drei Wochen mit der Mannschaft reichen. Wenn
man nur zusammenklebt, selbst an den freien Tagen nicht weg
kommt oder Sightseeing betreibt, weil die Regeneration im
Vordergrund steht, wird es mühsam. Das ist aber ganz
normal. Am Ende war ich schon froh, wieder in der Heimat zu
sein.
Vor Neuseeland warst du auf Einladung von A1 mit Popstarlet
Christina Stürmer beim Summersplash im türkischen
Antalya. Deine Eindrücke?
Reinfried (lacht): Eine lässige Veranstaltung. Keine
Rede von Alkohol-Exzessen. Im Gegenteil, ich sah niemanden,
der die Batterie voll hatte. Und das Drumherum mit Klubs,
Konzerten usw. war sowieso genial. Für jeden Maturanten
der pure Wahnsinn. Ich dachte selbst kurz daran, die Matura
nachzumachen...
Wie steht es um deine Motivation für den Winter?
Immerhin haben wir Spätsommer.
Reinfried: Dadurch, dass wir abgesehen von drei Tagen
in einer Halle im Juli nie auf den Brettln standen, freue
ich mich schon richtig. Die Latten waren seit April im Eck,
eine für mich sehr lange Pause. Ich spüre wieder
Biss. Die 12 Schneetage kamen mir da gerade recht.
Bist du durch den späten Einstieg 2006/2007 vielleicht
ambitionierter als deine Kollegen?
Reinfried: Nicht nur deshalb. Die kommende Saison wird
trotz fehlender Groß-Events interessant, weil in Hinblick
auf die Gesamtwertung für mich jedes einzelne Rennen
zählt. Ich beginne mit Startnummer 18, will so schnell
wie möglich unter die 15 bzw. dorthin, wo ich war. Das
wären die Top 7.
Welche Ziele verfolgst du in einer Saison ohne WM und
Olympia genau?
Reinfried: Im Slalom-Weltcup so weit wie möglich
nach vorne zu kommen. Auf eine Platzierung will ich mich aber
nicht festlegen. Wie es kommt, so ist es recht. Sofern ich
mein Potenzial abrufen kann, bin ich in der Weltspitze. Dafür
müssen allerdings alle Faktoren passen.
Wie dein rekonvaleszentes Knie zum Beispiel?
Reinfried: Diesbezüglich geht es mir gut. Nur bei
den Umfängen muss ich aufpassen. Ich mache weniger Läufe,
dafür einen Tag mehr Pause als die anderen. So fit bin
ich noch nicht, dass ich uneingeschränkt Vollgas geben
könnte.
Könnte sich das auf diese Saison noch negativ auswirken?
Reinfried: Körperliche Fitness ist die Grundvoraussetzung.
Im Vorjahr bin ich ohne Training in die Rennen eingestiegen,
war nicht einmal schlecht. Diesmal bin ich ungleich besser
vorbereitet. Die Chancen, den Rückstand aufzuholen bzw.
den Sprung nach ganz vorne zu schaffen, stehen also gut.
Welche Dsziplinen nimmst du neben Slalom in Angriff?
Reinfried: Die Superkombi, die geplant war, lasse ich
bleiben. Ich müsste Abfahrtsski usw. testen. Dieser Aufwand
wäre mir für wenige Rennen ebenso wie das Risiko
für mein Knie zu groß. Stattdessen konzentriere
ich mich ein bisschen auf den Riesentorlauf.
In Neuseeland hast du Riesentorlauf demnach fleißig
trainiert.
Reinfried: Und zu meiner großen Freude ist mir ist
es dabei super gegangen. Ich war auf Anhieb schnell, bin gut
am Ski gestanden, obwohl ich Riesentorlauf seit November 2005
weder trainings- noch rennmäßig betrieben hatte.
Technik und Gefühl passten sofort. Meine Trainer waren
sehr überrascht.
Was lässt das für diese Saison schon erhoffen?
Herbst: Einen schnellen Lauf würde ich mit Glück
immer runterbringen. Das ist keine Hexerei. Wirklich zuversichtlich
stimmt mich erst, dass ich mit der RTL-Technik gut zurecht
komme. Ich werde für meine Weltcup-Chance arbeiten und
hoffen, dass ich sie kriege.
Ein Musiker-Karriere nach Vorbild Rainer Schönfelder,
um auf Christina Stürmer zurück zu kommen, planst
du aber nicht...
Reinfried: Nein, kein Thema. Das Singen überlasse ich
lieber anderen.
Das Gespräch führte Michael Fruhmann
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